Schielen als Folge des Abklebens?


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Abgeschickt von Wilhelm Happe am 18 November, 2000 um 21:59:43

Antwort auf: weitsichtigkeit meines 4 j. sohnes von s.b. am 16 November, 2000 um 21:46:15:

Guten Tag, Herr Bohnenkamp,
es kommt in der Tat gelegentlich vor, daß das Abkleben ein Schielen hervorruft. In der Regel handelt es sich dann um ein Innenschielen. Das Abkleben führt ja zu einer Unterbrechung des beidäugigen Sehens.
Es kann schon vorher ein latentes Schielen bestanden haben - also nur eine Neigung zum Schielen, die aber durch die Kontrolle des beidäugigen Sehens nie sichtbar wurde.
Eine andere mögliche Ursache könnte sein, daß das Brillenglas des amblyopen Auges zu schwach ist, daß also die Weitsichtigkeit noch stärker ist. Dann muß, um scharf sehen zu können, die eigene Linse - im Auge gelegen - stärker verkrümmt werden. Das geht aber in der Regel mit einer Bewegung der Augen nach innen einher, weil die Natur diesen Vorgang zum Sehen in der Nähe vorgesehen hat. Und da gehört eben beides zusammen (Linsenverkrümmung = Akkommodation und Bewegung nach innen = Konvergenz).

Also ergibt sich folgendes Vorgehen:
1. Man sollte überprüfen, ob die Weitsichtigkeit optimal durch die Brillengläser korrigiert wird. Das geht bei weitsichtigen Kindern nur mit Tropfen.
2. Es ist zu prüfen, ob das Schielen vollkommen verschwindet, wenn beide Augen frei sind. Natürlich mit Brille!
3. Wenn nun häufiger Schielperioden vorkommen, die früher sicher nicht auftraten, wäre in der Tat zu überprüfen, ob man das Abkleben nicht reduzieren kann.

Grundsätzlich ist aber, falls tatsächlich erforderlich, die Amblyopiebehandlung vorrangig, weil hier irreparable Schäden entstehen können, wenn man die rechtzeitige Therapie versäumt.


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