Re: Schielen und MHK - Primenbrille bei Innenschielen


Klicken Sie hier, um auf die Forum-Startseite zu gelangen.

Abgeschickt von Wilhelm Happe am 13 Juni, 2001 um 09:13:13

Antwort auf: Innenschielen, Nystagmus, Kopfzwangshaltung etc. von Anfrage am 12 Juni, 2001 um 21:07:16:

Bei einem Schielwinkel von 10-12° wären Prismen von mit einer Stärke von insgesamt 18-22 Prismendioptrien erforderlich. Das würde einige Nachteile mit sich bringen: 1. würde die Brille schwer, 2. würden sich hierdurch Sehstörungen durch Abbildungsfehler und Störungen der egozentrischen Lokalisation ergeben. Vorübergehend könnte man zumindest Problem 1 durch Benutzung sog. Prismen-press-on-Folien umgehen. Eine 20er Prismenfolie verschlechtert jedoch bereits deutlich die Sehschärfe, so daß hierdurch eine Amblyopie verstärkt werden könnte. (Manchmal ist es daher sinnvoll, die Folie vor das führende Auge zu kleben.)

Die Meß- und Korrektionsmethode nach Haase (MHK) bestimmt Winkel aufgrund subjektiver Angaben des Patienten. Aufgrund der veränderten und variablen beidäugigen Zusammenarbeit (anomale Netzhautkorrespondenz) beider Augen beim Schielen, hat die Untersuchung nur einen eingeschränkten Wert bei Schielern. D.h. die Untersuchung ist nicht nutzlos, darf aber immer nur im Zusammenhang mit objektiven Methoden bewertet werden (Covertest etc.).

Ob ein Tragen von Prismen vor der Operation sinnvoll ist, hängt von vielen Faktoren ab. Die häufigsten Gründe sind:
1. Test, ob sich der Winkel unter Prismen vergrößert - meistens nur bei Außenschielern sinnvoll, weil bei Innenschielern Winkelschwankungen üblich sind und in diesem Fall ohnehin bei der Operationsplanung berücksichtigt werden müssen.
2. funktionelle Verbesserung (z.B. Bagolini-Test positiv = Simulansehen) bzw. Beseitigung von Doppelbildern.

Viele Grüße! (Sind Sie Optiker?)


Antworten:




Klicken Sie hier, um auf die Forum-Startseite zu gelangen.