Re:Re: Weitsichtigkeit bei Kind


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Abgeschickt von Christian am 29 Oktober, 2002 um 18:11:04

Antwort auf: Re:Re: Weitsichtigkeit bei Kind von Irene N. am 14 Oktober, 2002 um 20:57:05:

Hallo, diese Frage ist natürlich berechtigt. Im Idealfall werden Kinder mit einer Weitsichtigkeit von etwa +3,5 dpt geboren welche durch das Wachstum der Augen bis zum 20/25 Lebensjahr auf etwa 0 bis +0,5 dpt absinkt. Eine Brille ist in diesem Falle trotz der Weitsichtigkeit nicht erforderlich da der Fehler gut durch die Augenlinse ausgeglichen wird. Sie ist bei der Geburt am elastischsten, kann also am stärksten akkomodieren, und wird mit zunehmendem Alter dann härter, wodurch die Akkomodationsfähigkeit abnimmt. Wenn die Weitsichtigkeit jedoch höher als diese Ideallinie liegt ist eine Brille erforderlich. Anders muß die Linse überakkomodieren, womit sie auf Dauer jedoch überfordert ist, insbesondere beim Nahsehen. Dies kann dann zu Leseunlust, Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen führen. Zusätzlich kann durch die Überakkomodation auch noch eine Überkonvergenz (zu starke Innendrehung in der Nähe) entstehen, denn diese Funktionen sind gekoppelt. Dies kann wiederum zum Innenschielen führen wodurch wiederum das Stereosehen verloren gehen kann oder gar eine Amblyopie entstehen kann.
Bei der Brillenkorrektur muß die Weitsichtigkeit nicht unbedingt voll ausgeglichen werden. Wenn sie mit Korrektur bei Kleinkindern unter +3 dpt, im höheren Alter unter +2 dpt ists in der Regel in Ordnung. Bei beidseitig ungleichen Werten muß der mit Korrektur verbleibende Restwert aber unbedingt beidseitig gleicht sein, denn ungleiche Werte fördern ebenfalls ein Schielen mit den möglichen Konzequenzen, wobei diese auch eintreten können wenn garkein Schielwinkel sichtbar ist.
Eine Vollkorrektion ist eigentlich nur erforderlich wenn anders eine Überkonvergenz vorliegt, denn durch die volle Korrektur muß das Auge weniger akkomodieren und somit auch weniger konvergieren. Bei großer Überkonvergenz wird in der Nähe sogar manchmal überkorrigiert (Biofokalbrille).
Auch hat eine Vollkorrektion den Nachteil daß die Brille warscheinlch bald zu stark ist.
Ein Astigmatismus sollte hingegen voll ausgeglichen werden da man ansonnsten Seheinbußen in Kauf nimmt. Bei beidseitig verschieden Werten muß er unbedingt ausgeglichen werden. Wenn die Achse weniger als 10 Grad von der 0/180 oder 90 Grad-Richtung abweicht ist sie dabei mitunter auf diese Richtungen zu drehen. Dies dient trotz geringer Schärfeeinbuße wegen der Winkelverzerrung von Gläsern mit schiefer Achse einem besseren beidäugigen Sehen. Diese Drehung muß vom Augenarzt oder auch Optiker in jedem Falle einzeln entschieden werden. Christian.



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