Erstbrille bei Schielen und Weitsichtigkeit


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Abgeschickt von Wilhelm Happe am 22 November, 2000 um 19:36:37:

Antwort auf: Schielen und Weitsichtigkeit meines Sohnes 4 Jahre von Sabine L. am 20 November, 2000 um 09:15:55:

Guten Tag Frau Laemmermeier,
die Weitsichtigkeit Ihres Sohnes ist - unter der Voraussetzung, daß die genannten Werte stimmen – doch schon so hoch, daß die Brille getragen werden sollte. Es besteht eigentlich nicht die Gefahr, daß Ihr Sohn damit schlechter sieht. Es stimmt allerdings, daß er bisher sicher auch ohne Brille scharf sehen konnte. Allerdings muß er hierzu die Brechkraft der eigenen Linse durch Anspannung des Ziliarmuskels erhöhen (Akkommodation). Das ist auf die Dauer anstrengend und außerdem geht häufig damit eine Neigung zum Innenschielen einher. Wenn das bei Ihrem Sohn schon gelegentlich auftrat, gibt es also noch einen Grund mehr für die Brille.
Sie haben Recht, daß man sich Gedanken machen muß, ob stärkere Gläser jemanden, der bisher keine Brille getragen hat, vielleicht stark stören könnten. Aus diesem Grund wird häufig auch nicht der volle gemessene Wert verordnet, sondern Werte, die um 0,5 Dioptrien geringer sind. Noch größere Unterkorrekturen sind jedoch gerade bei Kindern eigentlich nicht empfehlenswert, weil: 1. häufig bei einer zweiten Messung (nach Tragen der Brille) eher etwas höhere Werte gemessen werden, d.h. die zur Messung verwendeten akommodationslähmenden Tropfen wirken nie hundertprozentig. 2. ist die Neigung zum Innenschielen nicht linear abhängig von der Höhe der nicht korrigierten Weitsichtigkeit, d.h. auch geringere Restweitsichtigkeit kann weiterhin Schielen auslösen weil weiterhin auch in der Ferne akkommodiert werden muß, was der Normalsichtige dagegen nicht muß.


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