Re: Winkelfehlsichtigkeit II


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Abgeschickt von Wilhelm Happe am 22 November, 2002 um 13:44:57:

Antwort auf: Winkelfehlsichtigkeit II von kerstin am 21 November, 2002 um 19:26:06:

Hallo Kerstin, Sie haben mich um meine Meinung gefragt:
1. Grundsätzlich läßt sich nicht abstreiten, daß es Patienten gibt die Beschwerden aufgrund einer Heterophorie oder Winkelfehlsichtigkeit haben. Wir sind uns sicher auch einig, daß es viele Patienten gibt, bei denen das Problem nicht oder falsch erkannt wurde. Damit reduziert sich die Diskussion meines Erachtens auf eine terminologische Frage. Ich erlebe es bei meiner Arbeit täglich, daß ich die anderen Fachbegriffe (Heterophorie, latentes Schielen) meinen Patienten oft nur schlecht vermitteln kann. Sie sind eben auch nicht besonders passend (latentes "Schielen" - obwohl nie geschielt wird!?). Ich bin daher dazu übergegangen den Begriff Winkelfehlsichtigkeit selbst zu benuzten. Von Fachkollegen wird dagegen eingewendet, daß der Begriff Winkelfehlsichtigkeit suggerieren würde, es handle sich um einen "technischen" Mißstand, wo es sich in der Regel doch um ein viel komplexeres Krankheitsbild handle. Das stimmt. Trifft aber im Prinzip auch auf die Kurzsichtigkeit (organische Augenveränderungen) und in vielen Fällen auch auf die Weitsichtigkeit (akkommodative Probleme) zu.
2. Der wirkliche Knackpunkt ist die Meß- und Korrektionsmethode nach H.J. Haase (MKH). Sie beinhaltet in Ihrem theoretischen Überbau Fehler und ist daher insbesondere dann abzulehnen, wenn sie als einzige Untersuchungmethode verwandt wird. Ich habe schon mehr als einen Patienten gesehen, bei dem aufgrund der MKH eine Esophorie mit Prismen korrigiert wurde, obwohl in Wirklichkeit eine Exophorie vorhanden war, die aber durch akkommodative Konvergenz (über)-kompensiert wurde.

Mein Fazit:
Winkelfehlsichtigkeit - ja, der Begriff ist mittlerweile schon so etabliert, daß man ihn nicht kategorisch ablehnen sollte

MKH - nein, zumindest nicht als einzige Untersuchungsmethode - obwohl der Pola-Test durchaus gut ist.



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