Re: Nystagmus beim Kind


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Abgeschickt von kerstin am 04 Dezember, 2002 um 18:10:08:

Antwort auf: Nystagmus beim Kind von Daniela S. am 03 Dezember, 2002 um 00:16:34:

Hallo,

da Euer Sohn sehr lichtempfindlich ist, sollte neben einem Albinismus auch eine Achromatopsie ausgeschlossen werden. Das ist eine sehr seltene angeborenen Fehlbildung der Netzhaut, bei der die zapfenförmingen Zellen der Netzahut fehlen. die Kinder sind sehr blendempfindlich, farbenblind und sehen nicht sehr gut. Allerdingss sind hellhäutige Kinder auch von Natur aus sehr lichtempfindlich ohne einen Albinismus oder eine Achromatopsie zu haben.
Ein Nystagmus kann sich auch im ersten Lebensjahr,vor allem in den ersten Lebensmonaten entwickeln, ohne das es dafür einen bestimmten Auslöser gäbe. Kinder fixieren erst im 3. Lebensmonat gezeigte Objekte und in den nächsten monaten entwickelt sich erst das Verfolgen von z.B. Spielzeugen mit den Augen usw. Ist eine Neigung zum Nystagmus vorhanden, fällt dieser oft erst im 3. Lebensmonat auf, da sich ein angeobrender Nystagmus typischerweise beim genauen Betrachten von Bildern usw. verstärkt. Natürlich kann der Nystagmus bei Eurem Sohn auch erworben sein, das er erst nach dem Fieber aufgetreten ist. Das die neurologischen Untersuchungen unauffällig waren spricht aber eher für einen angeborenen Nystagmus.
Beim Nystagmus besteht oft eine Ruhezone, in der der Nystagmus kaum oder nicht sichtbar ist. Liegt diese Zone nicht im Blik geradeas, nehmen die Kleinen eine Kopfhaltung ein, um die beruhigte Zone zu nutzen. Selten gibt es ein wechseln der Zone, d.h. die Ruhezone befindet sich zuerst im Blick geradeaus und wechselt dann z.B. in den Blick nach unten. Dadurch kommt es zu einer wechselnden Kopfhaltung und einem scheinbar nur zeitweiligen Augenzittern. Das könnte bei Eurem Sohn auch so sein, da Ihr nicht immer eine Kopfschiefhaltung oder einen Nystagmus seht.
Dieses Phänomen habe ich bei angeborenen Nystagmen gesehen, die erworbenen Nystagmen sind sehr viel seltener.
Kinder mit einem angeborenen Nystagmus ohne Augenerkrankung wie z.b. Albinismus können eine Sehschärfe bis zu 100% erreichen und auch ca. normales 3d-Sehen haben. Manchmal operiert man Nystagmuspatienten auch. Z. B. wenn eine ausgeprägte, ständige Kopfzwangshaltung vorliegt oder nach der OP eine Nystagmusberuhigung resultiert. Operiert werden die Kinder meist im Schulater, z.B. mit 8 Jahren, da vor der Operation oft längere Untersuchungen notwendig sind.


Viele Grüße

Kerstin


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