Re: Ab wieviel Dioptrin + korrrigieren bei Kleinkind ? (kein Schielen)


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Abgeschickt von sigrun am 16 Dezember, 2002 um 18:49:59:

Antwort auf: Ab wieviel Dioptrin + korrrigieren bei Kleinkind ? (kein Schielen) von Charlotte am 16 Dezember, 2002 um 13:20:14:

Hallo Charlotte,
mein Sohn Jonathan (gerade 3 Jahre) war vor 2 Monaten das erste Mal beim Augenarzt, da wir ein Innenschielen bei ihm bemerkten, und die Diagnose hatte mich erschüttert: li +5.0, re +8.5 Dioptrin und eine hochgradige Amblyopie inkl. fehlender Fixation auf dem rechten Auge (Sehstärke unter 10%). Niemand in unserer Familie hatte je Augenprobleme, von Altersweitsichtigkeit einmal abgesehen.
Da ich mich logischerweise jetzt sehr mit dem Thema beschäftige, versuche ich mal mit meinen Informationen zu antworten:


: 1. weil mein Sohn - logisch - tadellos sehen kann, ohne erkennbare Anstrengung lange (bis zu 2 Stunden) und ausdauernd in der Nähe spielt (puzzlen, malen, basteln), was ein Kleinkind sicher nicht macht, wenn es zu anstrengend wäre.

In dem Alter sehen Kinder auch mit grosser Fehlsichtigkeit gut, da der Augenmuskel noch elastisch ist, und können die Fehlsichtigkeit ohne grosse Anstrengung akkomodieren, also ausgleichen. Spätestens im Schulalter lässt das jedoch rapide nach und es wird sehr anstrengend für sie, Kopfschmerzen etc. sind die Folge.


: 2. weil dieses Kind sowieso sehr vorsichtig ist in allem, was es macht. Meine Sorge betrifft eine unbeschwerte Bewegungsentwicklung. Ich schätze meinen Sohn so ein, daß er sich mit Brille auf der Nase gaaaanz vorsichtig bewegen wird. Wild ist er sowieso nicht, aber bisher normal.

Als die Brille neu war, bewegte Jonathan sich nicht vorsichtiger, aber langsamer, da er nicht gleichzeitig den Kopf drehen, gucken und agieren konnte, sondern er musste sich immer mitdrehen und danach erst konnte er agieren. Dadurch war er langsamer als andere Kinder (insbesondere auch, weil er ein Auge jetzt 4 Tage zugeklebt bekommt).
Aber das legt sich recht schnell, da Kinder sich sehr schnell an Neues gewöhnen. Am Anfang störte ihn die Brille und er warf sie wütend weg, wenn etwas nicht klappte, jetzt will er sie immer haben.


: 3. weil eine einmal gestartete Brillentherapie sicher nicht unterbrochen werden sollte. Mein Gedanke zielt dahin, die Brillenentscheidung zu verschieben, eventuell nochmal in ein paar Monaten mit Tropfen zu kontrollieren. Oder geht dadurch wertvolle Zeit verloren?

Wenn die Augen unterschiedlich stark fehlsichtig sind, besteht die Gefahr, dass das Gehirn das Bild, dass das schlechtere Auge sendet, ausblendet, da es nichts nützt. Dann verkümmert der Sehnerv so langsam und das Auge kann amblyop werden und anfangen zu Schielen (wie bei meinem Sohn) und das ist SCHLIMM.
Ist das der Fall, geht wirklich kostbare Zeit verloren. Ich denke aber, dass man 0.5 dpt Unterschied nicht als gravierend einstuft.
Ich persönlich würde eine Brillentherapie nicht noch um Monate verschieben, bei Zweifeln an der Diagnose würde ich dann eher zeitnah einen anderen Arzt mit Orthoptistin konsultieren.

Ich denke nicht, dass eine Brille die natürliche Sehfähigkeit verschlechtert, sondern das Wohlbefinden eines Weit/Kurzsichtigen steigert.
Bei der Weitsichtigkeit ist es ja so, dass durch das Wachstum des Auges bei Kindern häufig eine immense Besserung eintreten kann, die durch eine Brille bestimmt nicht verhindert wird.

: 4. weil ich nirgendwo lese, welcher Dioptrin-Wert in welchem Lebensalter tolerierbar ist. Kennt jemand da eine Antwort???

Das weiss ich auch nicht.

: 5. weil er bei den Untersuchungen in getropftem Zustand nicht gut mitgemacht hat. Er reagiert wohl genau wie ich überempfindlich auf diese Tropfen, denn er hatte Gleichgewichtsstörungen, war völlig zappelig und hatte noch 2 Tage später weite Pupillen bei Lichteinfall. Inwiefern beeinflußt mangelnde Kooperation des Kindes die Untersuchungsergebnisse? Handelt es sich eher um Schätzwerte? Würde eine neuerliche Messung bei einem anderen Arzt vielleicht andere Ergebnisse bringen?

Bei Jonathan gab es da keine Probleme, aber ich hatte nicht den Eindruck, dass die Orthoptistin sich NUR auf seine Aussagen verlassen hat, sondern auch Untersuchungen durchgeführt hat, die unabhängig von seinen Aussagen waren.
Ich lege die Termine immer auf den vormittag, nicht zu früh, damit der Tag entspannt und stressfrei beginnt, nicht zu spät, damit mein Sohn nicht müde ist, denn damit kippt die ganze Untersuchung.

Ich möchte noch anmerken, dass bei meinem Sohn innerhalb von 4 Wochen eine Besserung der Sehfähigkeit von unter 10 auf über 20% eingetreten ist und der Schielwinkel wesentlich kleiner geworden ist.

Ciao Sigrun



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