Re: Pupillenwirksame Medikamente - Zykloplegika


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Abgeschickt von Wilhelm Happe am 26 Juli, 2001 um 20:42:47

Antwort auf: Pupillenwirksame Medikamente von Carsten S. am 24 Juli, 2001 um 08:09:43:

Die Bestimmung der Brillenkorrektion muß bei Kindern in Akkommodationslähmung (Zykloplegie) erfolgen. Andernfalls würde dem Untersucher eine zu geringe Weitsichtigkeit oder sogar eine Kurzsichtigkeit vorgetäuscht. Hierzu werden Atropin- oder Cyclopentolat-Augentropfen verwendet, bei Kindern unter 2 Jahren auch Tropicamid. Atropin ist am stärksten zykloplegisch wirksam, muß bereits 2 oder 3 Tage vor der Untersuchung getropft werden und erweitert die Pupille für bis zu 7 Tage. Cyclopentolat ist etwas weniger zykloplegisch wirksam und hat eine deutlich kürzere Wirkdauer von bis zu 18 Stunden. Tropicamid erweitert die Pupille gut, hat aber nur eine schwache zykloplegische Wirkung. Es hat aber als Vorteil die kürzeste Wirksamkeit. Die meisten Augenärzte benutzen heutzutage Cyclopentolat zur Akkommodationslähmung bzw. Brillenbestimmung bei Kindern. Die Tropfen werden erst in der Praxis oder Klinik verabreicht. Atropin (das Ihnen offenbar gegeben worden ist) ist eigentlich nur dann sinnvoll, wenn ein Innenschielen vorliegt und man noch die letzte Vierteldioptrie Weitsichtigkeit messen möchte - in der Hoffnung, daß dann mit der danach angefertigten Brille das Schielen geringer ist.

Wir benutzen in unserer Praxis das folgende Schema:

Säuglinge bis 24 Monate
Mydriaticum Stulln 0,5 %
2mal 1 Tropfen im Abstand von 5 min,
Messung 20 min nach letzter Gabe


4 Jahre
Cyclopentolat 1%
2mal 1 Tropfen im Abstand von jeweils 5 min,
Messung 20 - 30 min nach letzter Gabe


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