Re: Bilaterale Trochlearis Parese - Operative Behandlung


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Abgeschickt von Wilhelm Happe am 04 September, 2001 um 13:03:28

Antwort auf: Bilaterale Trochlearis Parese von M. G. am 24 August, 2001 um 20:15:34:

: Vor 3 Jahren erlitt ich ein schweres Schädelhirntrauma mit einer bilateralen Trochlearisparese. Nach 2 Jahren wurde dann an beiden Augen eine Verkürzung des Obliquus Superior von 6-7mm vorgenommen, wobei am linken Auge weniger gekürzt wurde. Beim Blick geradeaus hatte ich 6 Grad Neigung exzyklisch, bei Abblick rund 13 Grad, bei Aufblick 0 Grad (Neigung bezieht sich meines Wissens relativ zum anderen Auge). Unmittelbar nach der Operation wurde beim Blick geradeaus eine Neigung von 6 Grad inzyklisch gemessen. Nach ein bis zwei Wochen hat sich dieser Wert auf 3 Grad inzyklisch reduziert.
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: Heute, nach knapp 1.5 Jahren leide ich wiederum an Doppelbildern und habe eine Korrektur von 4 Prismen beim linken Auge (Basis unten). Bei Abblick erhöht sich der Schielwinkel auf ca. 12 Grad. Nun steht mir eine zweite Augenoperation bevor, bei welcher die rechte Sehne versetzt wird (Verlängerung). Im weiteren habe ich seit einem Jahr meine Kurzsichtigkeit von rund 1.5 Dioptrien mittels Brille korrigiert.
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: - Sind diese 6-7mm Verkürzung ein gut gewählter Wert, wenn man die Neigung von 6Grad inzyklisch unmittelbar nach der Operation betrachtet?
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: - Wäre evtl. eine Verlängerung (Versetzung) an beiden Augen, statt nur an einem Auge sinnvoll? Leidet die Genauigkeit?
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: - Welche Verlängerung (Versetzung) wäre sinnvoll? Anhand welcher Daten wird ein solcher Wert geschätzt?
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: - Was sind mögliche Ursachen für diese Verschlechterung (Besserung des Nerven?)?

Ihre genaue Beschreibung zeigt, daß Sie sich selbst intensiv mit der Materie beschäftig haben. Andererseits sind Ihre Fragen so speziell, daß die mitgeteilten Befunde nicht immer ausreichen, um ein klares Bild für eine detaillierte Antwort zu bekommen.
1. Die durchgeführte Operation war sicher richtig und gut. Wenn ich Sie richtig verstehe, hat sich ja auch eine deutliche Besserung eingestellt. Zyklorotatorische Überkorrekturen sind direkt postoperativ häufig und ein Zeichen noch vorhandener Ausgleichsinnervation. Die Höhe der zu operierenden Muskelstrecken ergibt sich nicht nur aus einem Meßwert. Man berücksichtigt aber insbesondere die Zyklodeviation und die Höhe des Vertikalwinkels bei Seitblick - neben den vielen anderen Befunden.
2. aus Ihrer Beschreibung geht nicht hervor, ob jetzt noch Inzyklo-, Exzyklodeviation oder Vertikalschielen vorliegt. Das Prisma vor dem li. Auge gleicht einen relativen Höherstand aus, was durch eine Resttrochlearisparese li. bedingt sein könnte. Dann wäre keine Sehnenverlängerung sinnvoll sondern eher eine weitere Verkürzung, die man allerdings ofmals lieber vermeidet, weil sonst leicht ein sog. Brown-Syndrom entsteht.

Die bereits durchgeführte Operation spricht eigentlich dafür, daß Ihr Behandler etwas von der Sache vesteht, so daß Sie sicher dort auch weitere Antworten erhalten können.


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