Strabismus Konvergens - OP bei Akkomodationsexzess?


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Abgeschickt von Jürgen B. am 15 November, 2001 um 22:24:10

Wir interessieren uns speziell für das Thema „Strabismus“, weil unsere 2 ½jährige Tochter Jana selbst davon betroffen ist. Jana schielte bereits als Baby hin und wieder, ganz auffällig wurde dies für uns aber erst, als sie knapp 1 Jahr alt war. Seit dieser Zeit sind wir mit ihr in Konstanz in augenärztlicher Behandlung. Jana ist auf beiden Augen weitsichtig mit 3-3.5 Dioptrien und besitzt einen konvergierenden Strabismus, der unkorrigiert einen Schielwinkel von >40° einnimmt. Dabei führt regelmäßig abwechselnd ein Auge, während das andere stark überkompensiert. Die anfängliche Behandlung für ca. 6-8 Monate bestand aus jeweils wechselseitigem Abkleben eines Auges für ca. 3h/Tag ohne Brillenkorrektur (damals war die Sehschärfe auch noch deutlich zu gut eingeschätzt worden). Als dies zu keinem sichtbaren Erfolg führte, suchten wir einen anderen Augenarzt in Konstanz auf, der wie der erste eine Orthoptistin beschäftigt. Dieser führte die Untersuchung deutlich gründlicher durch und verschrieb Jana Brillen unterschiedlicher Stärke von anfänglich 1 bis jetzt 3 Dioptrien auf beiden Augen. Der beobachtete Effekt war, dass Jana ihre Augen deutlich besser entspannen konnte. Bei Sicht in die Ferne hielt Jana die Augen stets parallel. Inzwischen ist es mit Brille so, dass sie bis zu einer Entfernung von ca. 1 m – 1,50 m die Augen parallel halten kann, bei kürzerer Distanz aber beinahe zwangsweise schielt. Dies scheint sich nicht zu bessern. Ist dies möglicherweise der von Ihnen beschriebene akkomodativer Konvergenzexzeß? Diesen stabilen Zustand haben wir seit ca. 6 Monaten so erreicht. Nach unserer Einschätzung benutzt Jana in der Ferne auf jeden Fall beide Augen gleichzeitig, in der Nähe versucht sie aber, das eine Auge abzustellen. Ohne Brille tut sie sich inzwischen übrigens schwer: sie schielt permanent, reibt sich sofort die Augen und hält sich manchmal ein Auge zu, als ob sie so doppelte Bilder unterdrücken wollte.
Da Schielen nach unserem Eindruck allgemein ein stark unterentwickeltes Wissens- und Forschungsgebiet ist, fühlen wir uns hierzu chronisch unterinformiert. Selbst die beiden Fachärzte konnten uns bisher nicht genügend informieren. Deshalb wollte ich Ihnen heute ein paar Fragen stellen, für deren kurze Beantwortung wir sehr dankbar wären.

1) Könnte Jana eine Brille weiterhelfen, die im Nahbereich anders geschliffen ist?
2) Glauben Sie, dass Jana simultan sehen und/oder fusionieren kann, bzw. die Chance hat, dies noch zu erlernen?
3) Sie wiesen auf die Möglichkeit einer Operation hin. Ist dies heute noch State-of-the-art und in welchem Alter würden Sie die OP empfehlen?
4) Ein Augenoptiker in Konstanz empfahl uns, zu ihm ins (private) Sehtraining zu kommen. Er ist der Überzeugung, dass Schielen abtrainiert und volles räumliche Sehen bei Strabismus hergestellt werden kann. Wie ist Ihre Meinung hierzu? Wenn Training möglich ist, gibt es Literatur hierzu, mit welchen Übungen man sein Kind gezielt fördern kann?
5) Können Sie uns eine gute Augenarztadresse in Süddeutschland genau für unser Problem nennen?
6) Falls Sie über Publikationen in File-Format verfügen, die unser Problem tangieren, wären wir über eine Zusendung per Mail sehr dankbar. Falls es gute Bücher zum Thema gibt, wären wir über eine Empfehlung sehr froh.

Liebe Grüße aus Konstanz,
Jürgen




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