Re: Weitsichtigkeit und Innenschielen


Klicken Sie hier, um auf die Forum-Startseite zu gelangen.

Abgeschickt von Christian am 18 Januar, 2002 um 12:34:18

Antwort auf: Weitsichtigkeit und Innenschielen von Eva K. am 17 Januar, 2002 um 23:12:51:

Hallo, obwohl ich als Betroffener Erwachsener hier schon mehrmals zu diesem Thema geantwortet habe, will ich es auch hier einmal tun. Mit dem beidäugigen Sehen ists beim Schielen leider immer so ne Sache. Meißt entscheidet sich das Gehirn dafür, nur noch das Bild des nicht schielenden Auges zu verarbeiten, weshalb auch keine Doppelbilder entstehen. Das schielende Auge wird amblyop(schwachsichtig). Es wird zum Sehen nicht mehr benutzt. Nur dann, wann man es zum sehen zwingt, was durch die Abklebebehandlung erreicht wird, kann es mehr oder weniger gut sehen, wobei es aber vor allem trainiert, also gebessert werden soll, was in der Regel auch erreicht wird. Für die Erlernung des Stereosehens ist dies aber leider nicht besonders günstig. Dazu sollte man jeden sovielten Tag, wie das Kind alt ist, eine Pause einlegen, wobei garkein Auge abgeklebt wird. Wenn die Behandlung erfolgreich verläuft, kann somit durchaus ganz normales Sehen ohne rückbleibende, einseitige Amblyopie erreicht werden. Jedoch sollte man bis ins Jugendalter regelmäßig kontrollieren und aufpassen, daß es keinen Rückfall gibt. Bei schlechterem Erfolg sehen nach der Behandlung beide Augen gleich gut, wechseln sich aber im Sehen ab, es besteht für den Rest des Lebens also kein Stereosehen. Bei noch schlechterem Behandlungserfolg bleibt das Schielauge sogar auf Lebzeit schwachsichtig. Man sieht praktisch nur mit einem. Die Abklebebehandlung sollte aber auch bei schlechtem Erfolg bis ins frühe Jugendalter erfolgen, um wenigstens die Schwere der Amblyopie zu minimieren, denn bei Verlust des führenden Auges ist es allemal von Vorteil, auch auf dem schwachen nicht allzu wenig zu sehen. Mit der Einäugigkeit kommen die Betroffenen in der Regel aber gut zurecht. Zum Schielwinkel muß ich sagen, daß er leider nur wenig mit der Amblyopie zu tun hat. Ein gerade stehendes Auge bedeutet keinesfalls, daß es jetzt auch gut sieht. Zur Brillenstärke muß ich sagen, daß Kinder durch die Akkomodation der Augenlinse locker mehrere Plusdioptrien von selbst ausgleichen können, weshalb die Brille oftmals etwas schwächer als der tatzächliche Wert gewählt wird. Ob es gut oder schlecht ist, kann ich jedoch nicht so genau sagen. Wenn sich das Kind an die Brille gewöhnt hat, dürfte es aber durchaus sinnvoll sein, auf den richtigen Wert umzusteigen. Zu Beginn führt ein hoher Wert aber oftmals zu unverträglichkeit der Brille. Christian (selbst von Schielamblyopie betroffenen Erwachsener).




Antworten:




Klicken Sie hier, um auf die Forum-Startseite zu gelangen.