Re: Schieloperation im Erwachsenenalter


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Abgeschickt von werner v. am 27 Januar, 2002 um 16:07:40

Antwort auf: Re: Schieloperation im Erwachsenenalter von Wilhelm Happe am 19 Dezember, 2000 um 10:39:45:

sehr geehrte herr happe,

ich wäre froh, wenn ich von Ihnen eine auskunft bekommen könnte, die weiterhelfen kann.
ich bin 47 jahre alt. ich schiele zunehmend nach aussen und höhenversetzt.
vor ca. 12 monaten wurde mir von der augenklinik im RVK Berlin empfohlen, mich operieren zu lassen. da mir die antworten auf meine fragen, welche risiken oder überhaupt verbesserungschancen in meinem alter bestehen, welche ursachen in frage kommen, etc. zu dürftig waren, habe ich versucht, in fachliteratur und im web schlau zu machen und wenig gefunden. jetzt diesen eintrag von Ihnen. ich bitte um eine empfehlung für einen kompetenten arzt, einen direkten kontakt zu Ihnen oder zumindest um einge grobabschätzung der chancen, risiken.
noch ein paar details. bisher habe ich das schielen geschafft, zu kompensieren, da das auftreten auch stark konzentrationsabhängig war. bei bestimmten situationen (autofahren etc.) war kompensation nur durch entsprechende brille möglich. das wird jedoch zunehmend schwierig. durch die nun eintretende "normale" weitsichtigkeit verschärft sich das problem. kosmetische gründe für die operation gibt es nicht.
da ich inzwischen bereits doppelbilder sehe, wenn ich gegenstände in ca. 2 meter entfernung fokussiere, wird es zunehmend zum alltags- und möglichweiser auch bald zum beruflichen problem
(ich arbeite seit 15 jahren täglich ca. 8-10 stunden am bildschirm (e-commerce, web-design und contentmananagment etc.pp.)

Sehr geehrte Frau Hubert,

: häufig handelt es sich bei Ihrer Vorgeschichte um ein Außenschielen, das Folge einer Operation des Innenschielens im Kindesalter ist.

: Es wäre schön, wenn Sie in einer Antwort kurz beschreiben könnten, ob sie heute tatsächlich an einem Außenschielen, ggf. kombiniert mit Höhenschielen, leiden und ob Sie noch erinnern könnnen, in welcher Weise Sie vor der ersten Operation geschielt haben.

: Eine Schieloperation im Erwachsenenalter ist keineswegs selten. So lag der Anteil der erwachsenen Patienten bei meiner bisherigen Tätigkeit als Oberarzt mit 3-6 OPs täglich bei etwa 50%. Es gibt jedoch viele Patienten, die glauben, daß ihnen nicht mehr geholfen werden könne. Ihre bisherige Krankengeschichte scheint ihnen auch oftmals recht zu geben.
: Sachlich gesehen ist jedoch so: Daß es nach einer Operation erneut zu einem Schielen kommt, ist keine schicksalhafte Entwicklung, sondern hat immer handfeste Ursachen. In dem oben angenommenen Fall, der vielleicht auf sie zutrifft, ist es zum Beispiel häufig so, daß im Kindesalter zur Korrektion des Innenschielens eine verlängernde Operation an dem nasenwärtigen Muskel eines oder beider Augen durchgeführt wurde. Hierdurch wird das Auge nach außen verlagert. In den meisten Fällen von frühkindlichem Innenschielen ist jedoch der nasenwärtige Muskel nicht zu kurz, sondern es besteht nur eine Überinnervation, die sich nicht nur im Laufe eines Tages ändert, sondern auch häufig im Laufe des Lebens. Wir führen daher heutzutage in diesen Fällen eine spezielle Operation durch, die nicht das Auge umlagert, sondern vornehmlich die Überinnervationen abfängt und haben dabei nur eine sehr geringe Rate an konsekutivem Außenschielen.

: In vielen, der oben genannten Fälle, muß man die frühere Operation wieder rückgängig machen, d.h. den nasenwärtigen Muskel wieder an seinen ursprünglichen Ansatz holen.

: Wenn Sie sich zu einer OP entschließen sollten, würde ich Ihnen empfehlen, die Operation durch einen erfahrenen Operateur durchführen zu lassen, wobei ich mich natürlich selber anbieten kann - es gibt aber auch an einigen Universitätskliniken spezialisierte Abteilungen, die nur Schieloperationen durchführen. Ggf. erkundigen Sie sich am besten vorab telefonisch oder Sie schauen sich die Homepage der Klinik an.




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