Re: An Kerstin


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Abgeschickt von kerstin am 06 Juli, 2002 um 20:24:31:

Antwort auf: An Kerstin von Kinga am 05 Juli, 2002 um 23:54:39:

: Hallo Kerstin,

: nochmals vielen Dank fuer die Antwort auf die Frage bertreffend die Narkose.
: Wir waren bei einem Augenarzt, der die Messungen nicht durchfueren konnte (wegen Zappeln), deswegen auch die Ueberweisung in einem KH mit Sehschule und die Indikation einer Narkose.
: Auf dem Ueberweisungsschein stehen ein paar Kuerzungen mit denen ich wenig anfangen kann, und zwar: V.A. ANISOM.+ HOHE AMETR., sowie INTERM. STRAB. CONV. DEXT. (denke Strabismus, da sie offensichtlich schielt.)
: Koennten Sie mir vielleicht sagen, um was es sich bei der esten Sache handelt?

: Nebenbei: ich bin stark weitsichtig und habe auch starkes Astigmatismus, mein Mann ist kurzsichtig und hat Strabismus. Daher denke ich, dass unsere Tochter genug zu erben hatte (leider).
: Bis jetzt hatte ich den Eindruck, dass unsere Tochter sehr gut sieht, da sie jede Ammeise auf den Spielplatz und jedes Flugzeug auf dem Himmel erkennt. Aber wahrscheinlich ist es anders.
: Gruesse,

: Kinga

Hallo Kinga,

zur Begriffserklärung:
V.a. = Verdacht auf
Anisom = Anisometropie = ungleiche Fehlsichtigkeit, z.b rechtes Auge 1 Dioptrie, linkes Auge 5 Dioptrien
Ametr. = Ametropie = Fehlsichtigkeit
intermit. Strab. conv. dext. = intermittierender Strabismus convergens dexter = zeitweiliges Innenschielen des rechten Auges

Ich finde die Untersuchung und die Narkose in der Klinik gerechtfertigt, da Ihre Kleine evtl eine höhere Weitsichtigkeit hat. Kinder sind in der Lage auch höhere Weitsichtigkeiten mit der Naheinstellung (Akkommodation) ihrer Augen ausgleichen, d.h. die Kleinen leisten schon im Fernblick die Akkommodation, um scharf zu sehen. Die Kinder sehen dann wirklich gut, nur alles etwas verkleinert. Mit der Naheinstellung der Augen geht allerdings auch das Ausrichten der Augen nach innen einher. Daher können Kinder mit einer unkorrigierten Weitsichtigkeit anfangen zu schielen, vor allem dann, wenn sie versuchen, etwas scharf zu sehen. Stehen die Augen ungefähr gerade, dann nehmen die Kinder in diesen Phasen das Unscharfsehen in Kauf (z.B. bei Desinteresse oder Träumen).
Sollte Ihre Tochter eine deutliche Weitsichtigkeit haben, so wird man ihr sicher eine Kinderbrille verordnen. Mit der Brille sollte dann nach ca. drei Monaten Tragezeit vom Augenarzt, einer Orthoptistin oder der Klinik die Augenstellung kontrolliert werden, manchmal haben diese Kinder mit der Brille ein Mikroschielen, was nicht auffällt, aber zu einer Sehschwäche des schielenden Auges führen kann und dann behandlungswürdig ist.Auch eine unterschiedliche Fehlsichtigkeit kann zu einer Sehschwäche eines Auges führen, obwohl das Kind nicht schielt, da das Auge mit der höheren Fehlsichtigkeit vernachlässigt wird. In der Regel wird die Sehschwäche behandelt, das das gesunde Auge einige Stunden abgeklebt wird um das schwächere Auge zu trainieren. Die Stundenzahl wird nach der Sehschärfe oder dem Sehverhalten des benachteiligten Auges festgelegt. Vielleicht hat Ihre Kleine mit der Brille auch gar kein Strabismus oder eine Sehschwäche eines Auges, dennoch sollten regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt, evtl. mit Orthoptistin erfolgen. Bei den Kleinen sollte auch regelmäßig ein Ausmessen der Augen erfolgen, da sich die Fehlsichtigkeit bei Kindern noch verändert (Wachstum). Vor allem bei Weitsichtigen, wo die Augen zu kurz sind, kann durch das Wachstum die Weitsichtigkeit verringert werden, da die Augen länger werden.
Übrigens, Sehschule und Abteilung für Orthoptik ist dasselbe (Orthoptik = gerades Sehen,griech.)

Viele Grüße

Kerstin


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