Re: Tropfen statt Pflaster?


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Abgeschickt von kerstin am 24 Juli, 2002 um 19:43:57:

Antwort auf: Tropfen statt Pflaster? von Thorsten am 24 Juli, 2002 um 12:02:03:

: Hallo!

: Wir verkleben unserer Tochter regelmäßig das stärkere Auge.
: Teilweise trägt sie das Pflaster aber nur widerwillig.
: Ich habe jetzt schon soviel von den Augentropfen gehört, die man anstatt des Pflasters verwenden kann.
: Kann mich jemand aufklären, wie dass genau abläuft? Verwendet vielleicht schon jemand hier im Forum die Tropfen?
: Wie oft müssen sie angewendet werden? Gibt es verschiedene Sorten?

: Vielen Dank schonmal für Eure Antworten.
: Schöne Grüße,

: Thorsten.

Hallo,

die Tropfmethode gibt es schon recht lange, wird aber kaum durchgeführt.
Man tropft die Pupille des guten Augen mit Atropin weit, zusätzlich wird durch Atropin die Nahleistung des Auges ausgeschaltet. Das Auge mit der Sehschwäche (=Amblyopie) wird nicht getropft. Das gute Auge ist also geblendet und sieht vor allem in der Nähe schlecht. Dadurch soll erreicht werden, das das Kind die Führung wechselt und mit dem sehschwachen Auge sieht. Meistens funktioniert dieser Mechanismus aber nicht, die Kinder sehen weiterhin mit dem weitgetropften guten Auge, vor allem dann, wenn die Sehschwäche sehr stark ausgeprägt ist.
Die Nachteile sind:
Die Nebenwirkungen der Tropfen:
-bei herzkranken Kindern ist Atropin
kontraindiziert
-manche Kinder reagieren mit Fieber,ruhigerem
Verhalten (in extremen Fällen bis zur Apathie)
oder lebhafteren Verhalten
Man kann die Tropfen am Stück maximal ein Jahr geben, da durch das permanente Ausschalten der Nahleistung der Augen sonst irreparable Schäden der Nahleistung der Augen entstehen können.
Wenn das Kind das Pflaster nur gering toleriert, kann man die Tropfen in Kombination mit dem Pflaster geben, damit das gute Auge einen schlechteren Seheindruck hat. Manchmal wird auch mit Augentropfen und Brillengläsern zur Verneblung des Seheindruck des dominanten Auges gearbeitet. Insgesamt kann man aber sagen, daß der Erfolg der Pflastertherapie deutlich besser ist. Hat Ihre Tochter eine Pflasterallergie oder ist die Haut nach dem Kleben wund, kann dies auch ein Grund zur Nichtakzeptanz des Pflasters sein. In diesem Fall sollten sie sich vom Augenarzt weiß0e Baumwollpflasters verordnen lassen. Zusätzlich können sie sich auch in der Uni Dresden mal melden, dort wurde ein Computerprogramm ca. 2000 zur Behandlung von einseitigen Sehschwächen entwickelt.(ab ca. 4Lebensjahr) Die Kinder spielen hier während der Klebephase Computerspiele und im Hintergrund sind bewegte Spiralen, Kreise, die das Sehen anregen sollen. Diese Methode ersetzt das Abkleben aber ebenfalls nicht, auch kann die Klebezeit wegen des Programms nicht reduziert werden.

Viele Grüße

Kerstin



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