Re: weitsichtigkeit? Amblyopie?


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Abgeschickt von Christian am 30 August, 2002 um 18:54:46

Antwort auf: weitsichtigkeit? Kinderbrillen in München? von dorle w. am 29 August, 2002 um 22:18:21:

Hallo, dies bedeutet eine astigmatische Weitsichtigkeit. Das Wort astigmatisch bedeutet nichts schlimmes, denn die meißten Brillenträger haben astigmatische Gläser. Aufgrund des Stärkeunterschiedes ist es aber warscheinlich, daß auf dem schlechteren Auge auch noch eine Amblyopie besteht. Wenn im Kleinkindalter ein Auge schlechter als das andere ist, ein Auge schielt oder gar erkrankt ist ergreift das noch nicht ganz ausgereifte Gehirn oftmals eine Art Notwehr in die falsche Richtung und schaltet das schlechtere Auge einfach ab, es wird amblyop (schwachsichtig), was unbehandelt bis zur einseitigen Erblindung führen kann. Behandeln kann mal leider auch nur im Kleinkindalter. Die Entwicklungsgeschwindigkeit der Amblyopie ins negative, sowie bei Behandlung ins possitive ist stark altersabhängig und mimmt mit dem Alter ab. Behandelt wird durch das berühmte Augenpflaster, wodurch das gute Auge abgedeckt und das schlechte trainiert wird. Die Abklebepausen dienen dazu, das eventuell auch noch Stereosehen gelernt werden kann. Wenn dies nicht mehr erlernt werden kann herrscht nach erfolgreicher Behandlung wenigstens beidseitig eine gute Sehkraft und die Augen schauen im Wechsel. Die Entdeckung der Schwäche im Alter von 4 Jahren ist natürlich relativ spät für eine gute Behandlung, aber dies sollte nicht abschrecken, sie trotzdem konzequent durchzuführen. Ob noch Stereosehen erreicht werden kann hängt davon ab, ob es schonmal bestand. Brillenfolie kann man zur Behandlung so ziemlich vergessen, denn man kann sehr leicht drüber oder vorbei sehen, und außerdem kommen noch zu viele Eindrücke von der Seite. Auch kann man die Brille leicht abnehmen. Tropfen, die das gute Auge benebeln sollen, damit teilweise das schlechte genutzt werden soll, kann man auch so ziemlich vergessen. Es ist ein Atropingift, welches auch Nebenwirkungen haben kann. Auch wird die Pupille weit und das Auge dadurch blendempfindlich. Die Behandlungsdauer hängt von der Stärke der Amblyopie, von der Geschwindigkeit der Besserung, sowie vom Alter ab, ist aber auch von Mensch zu Mensch verschieden. Während sie bei Kindern bis 3 Jahre nur Wochen oder Monate dauert, muß man sich darüber auf Jahre einstellen. Die Brille ist gerade in abklebefreien Zeiten niemals wegzulassen, denn dann hat man ja wieder das Problem der ungleichen Brechungsfehler, wodurch die Vernachlässigung des schlechten Auges gefördert wird. Christian.




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